Warum wir umziehen mussten:

Seit 1990 gibt es uns, wovon wir 19 Jahre im Stadtberger-Markt in Stadtbergen present waren. Leider wurde ein Teil dieses Gewerbegebietes 2009 aus Privatbesitz an englische Investoren samt unserem Gebäude verkauft und mussten somit bis Ende 2009 aus unserem einzigartigem Pavillon heraus, man bedenke, nach 19 Jahren, ohne Grund, ohne Nachzudenken und vorallem OHNE Mitleid! Da sieht man wieder einmal was man bei solchen ausländischen Investoren wert ist, nämlich nichts! Doch wir hatten Glück und fanden gleich im Anschluß eine neue "Bleibe", nämlich den sagenumwogenen "Marstaller-Hof", der sich gegenüber dem SPECTRUM befindet. Ich sage sagenumwogen deswegen, weil es viele Geschichten um dieses Denkmalgeschützte Gebäude gibt, das über 750 Jahre alt ist! Unter anderem heißt es, daß hier der "Marstaller-Geist" sein Unwesen treibt, was ich beim Umbau der Räumlichkeiten beim eigenen Leibe erlebt habe, aber das nur am Rande. Man sagt auch, Napoleon nächtigte hier im Marstaller-Hof, ich werde versuchen, dies im Stadtarchiv bzw. in der UNI Bibliotek Augsburg nachzulesen und gegebenenfalls zu bestätigen. Was mich persönlich fasziniert sind die Holzbalken an der Decke im Gastraum und die geschnitzte Holzkonstruktion des Dachstuhles, die nur gekalkt und mit Holzdübel befestigt worden sind, man bedenke, über 750 Jahre alt und es hält immer noch, im Gegensatz zu unseren "neuen Betonbauten"! Auch nennenswert ist unsere Stuckdecke im Nebenraum, die auch schon einige 100 Jahre hinter sich hat, aber leider mit der Zeit Risse zeigt.

Ich hoffe, daß Sie sich auch in unseren neuen "Gasträumen" wohlfühlen und Ihren grauen Alltag für ein paar Stunden vergessen können.

Gisela und Jürgen

 

Das heutige Rock-Cafe Augsburg
 

 

 

 

 

Frühgeschichte des Marstaller Hofes

Die frühe Geschichte ist umfassend in der Dissertation von Luis Dürrwanger von 1935 dargelegt. Nachdem die Arbeit in nur wenigen Exemplaren gedruckt wurde und nach Kenntnis auch keine weitere Auflage erfuhr, (ein Exemplar steht in der Uni-Bibliothek Augsburg mit der Nummer 50/NS 2565 K92 D8) zitiere ich hier komplett die Kapitel 3. Früheste örtliche Entwicklung und 4. Grundbuchauszüge.

"Auf Grund verschiedener Ankunftsbriefe (d.s. die frühesten Original-Ankaufsbriefe), Donationsbriefe, Register, bischöfl. Lehensbücher usw. läßt sich ein ungefähres Bild von der allmählichen Entwicklung des uralten "Weylers" rekonstruieren. Daß der ganze Grund und Boden  - wie auch anderwärts um Augsburg - schon seit "unfürdenklichen Zeiten" bischöfl. Ureigentum war, kann man, da die frühesten Aufschreibungen untergegangen sind, nur aus spärlichen Urkunden erschließen. (Bischöfl. Urbar 1316; Mon. Boic., 34b Jb 72. - Das älteste und wichtigste Archiv auf heute bayer. Boden müßte das Archiv der Augsburger Bischöfe sein. Aber von ihm ist aus der Zeit vor dem Jahre 1000 so gut wie nichts erhalten. Es ist durch mehrfache Brände und namentlich durch die Stürme der Ungarneinfälle zugrunde gegangen. (Rundblick auf die bay. Archive v. Dr. Riedner))

Erstmals vom Jahre 1357 (Stadtarchiv Augsburg: hl. Geist-Spital Akten) sind zwei Höfe von Kriegshafern beurkundet, die als bischöfliche Lehen an wohlhabende Augsburger Bürger verliehen waren und dem Aufgebot der bischöfl. Kämmerer von Wellenburg unterstanden. Den einen (jetziger Mittelbauernhof - Bild 16) gab Heinrich Hagenohr an seinen Bruder Johann um 80 Pfund Pfennig weiter, während der andere Hof (jetzt Marstallerhof - Bild 17) - damals Mayerhof genannt - von Luitpolds Wohfahrts Erben um 103 1/2 Pfunde Pfennig anno 1361 an Conrad Ilsung überging, der das Lehen 1391 um 132 ungarische und böhmische Gulden an das Hl. Geistspital (Errichtet i. J. 1252) auch Hospital genannt - abtrat (Es unterhielt 1493 über 500 Arme). Dieser Wohlfahrtsanstalt erließ - im Zusammenhang mit dem Testament der Witwe Anna Probstin (von 1365)

"Bischof Eberhard, Graf von Kirchheim, 1408 durch einen Donationsbrief die Lehenschaft dieses Ilsunghofes, der damit - ohne aus dem bischöflichen Obereigentum auszuscheiden - im Hospital seinen selbständigen Grundherrn erhielt und bis ins 19. Jahrhundert herein beibehielt. 1408 übertrug der Bischof dem Hans Hagenohr jun. , seiner Mutter und seinen Geschwistern den vom Vater überkommenen (Mittelbauern-) Hof (Mon. Boic. XXIII S. 308 litera feudales.)


 

 

 

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